Marlies Beckers Triathlon-Reise: Wie kleine Erfolge zur großen Freude werden

Zwischen langen Schichten und körperlicher Belastung entdeckte Marlies Becker, 57, eine neue Welt: Triathlon. Was als Ausgleich begann, wurde zur Leidenschaft, die Körper, Geist und Herz fordert. Sie berichtet von den ersten Läufen, ihrem allerersten Triathlon und davon, wie kleine Schritte zu großen Erfolgen führten. 

Marlies Becker läuft vom Wasser den Weg in die Wechselzone hoch
Triathlon ist für mich pure Freude – ein Sport, der mich wachsen lässt und mir zeigt: Ich schaffe mehr, als ich denke.
Marlies Becker
Marlies Becker sitzt auf einem klassischen Fahrrad und nimmt am Triathlon teil
Marlies Becker läuft an gelben Banner vorbai, dahinter Zuschauer, die anfeuern

Schichtdienst bedeutet oft lange Tage mit viel Laufen, Heben und emotionaler Arbeit. Doch wenn ich meine Laufschuhe anziehe, fühlt sich alles leicht an. Triathlon ist für mich pure Freude – ein Sport, der mich wachsen lässt und mir zeigt: Ich schaffe mehr, als ich denke. 

Alles hat mit einer mutigen Idee begonnen: Ich habe mich für meinen ersten Sprint-Triathlon am 26. Juli 2025 am Kulkwitzer See angemeldet – ohne große Vorbereitung, aber voller Vorfreude. Mein Physiotherapeut, der selbst Triathlet ist, hatte mir kurz zuvor gesagt, dass Brustschwimmen völlig ausreicht für den ersten Triathlon und ich auch kein Rennrad benötige. Ich fahre ohnehin nur mein normales Rad. 

Im Dezember 2024 lief ich meine ersten kurzen Strecken. Ich wollte einfach mal den Kopf freibekommen und bin losgetrottet. Schnell wurden aus den kurzen Läufen wöchentliche 20 Kilometer. Das Lauftraining war dabei nicht immer pure Freude – oft war es anstrengend, manchmal musste ich mich überwinden. Aber ich habe mich durchgebissen, Schritt für Schritt. Und genau daraus entstanden diese kleinen Erfolge, die am Ende süchtig machten. 

Mein erster Sprint-Triathlon war ein Meilenstein. Mein Sohn war die ganze Zeit dabei und hat mich unterstützt. Die 750 Meter Schwimmen und 20 Kilometer Radfahren haben Spaß gemacht, aber der anschließende 5-Kilometer-Lauf war unglaublich anstrengend. Die Beine brannten, ich wollte fast aufgeben. Da sah ich meinen Sohn plötzlich am Streckenrand: „Mutti, du schaffst das!", rief er. Das hat mir unglaubliche Kraft gegeben. Ich habe durchgezogen, ich lief über die Ziellinie und habe gejubelt – purer Endorphinrausch. 

Nach dem Triathlon ging es weiter: Im Oktober 2025 lief ich beim Decathlon-Lauf in Leipzig meine ersten 10 Kilometer. 

Auch das Schwimmen entwickelte sich Schritt für Schritt. Seit August 2025 schwimme ich regelmäßig fast jede Woche 1.000 Meter Brust nach der Frühschicht – vorher war es weniger, aber jetzt ist es mein Highlight und purer Genuss im Wasser. Ein halbes Jahr später habe ich einen Kraulkurs gemacht. Doch Arme, Beine und Atmung zu koordinieren, fällt mir noch schwer. Ich bleibe dran – mit dem Ziel, Kraulen irgendwann sicher im Triathlon einsetzen zu können. 

Beim Radfahren halte ich es pragmatisch: Ich nutze mein Alltagsrad und fahre regelmäßig zur Arbeit – etwa 3 Kilometer pro Strecke. So sammle ich ganz nebenbei zusätzliche Trainingskilometer. 

Seit diesem Frühjahr schaffe ich es endlich, regelmäßig vor oder nach der Schicht zu trainieren. Früher war ich oft zu erschöpft, heute bin ich fitter denn je. Die Freude liegt für mich in den kleinen Momenten: der Wind im Gesicht beim Radeln, das kühle Wasser nach der Schicht, das Gefühl schneller zu werden. Als Pflegekraft gibt mir der Triathlon Energie zurück – besonders jetzt, wo ich fitter bin. 

Für 2026 habe ich mir einiges vorgenommen: Ich möchte im Laufen schneller werden und mich vielleicht auch im Schwimmen und Radfahren weiter verbessern. Sobald es wärmer wird, trainiere ich an freien Tagen alle drei Disziplinen. Ich habe für dieses Jahr schon einige Wettkämpfe geplant: die 10 Kilometer beim Leipzig Marathon im April, ein Sprint-Triathlon in Cottbus im Juni, der Firmenlauf in Leipzig sowie erneut der Triathlon am Kulkwitzer See im Juli. 

Ich habe selbst erlebt, wie kleine Schritte zu großen Erfolgen führen können. Fangt klein an, wie ich mit 56 Jahren. Schwimmen nach Schicht, kurze Läufe – das reicht für Erfolge. Ich bin stolz, sagen zu können: Ich bin eine echte Triathletin geworden! 

Du hast auch eine tolle, spannende oder witzige Geschichte zu erzählen, wie du zum Triathlon gekommen bist? Oder Verletzungen/Krankheiten oder besondere Momente/Ereignisse haben dich erst recht angespornt, (weiter) aktiv zu sein? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@triathlondeutschland.de. Und vielleicht erscheint hier bald deine Geschichte.