Mein erster Triathlon (38): Amelie Puhl
Ich hätte mir niemals vorstellen können, einen Triathlon zu machen. Jetzt sehe ich es anders und denke mir: Mach einfach, auch wenn man Respekt davor hat.
Amelie, erzähl doch mal: Wie bist du mit Triathlon in Verbindung gekommen?
Mein Freund hat sich zusammen mit ein paar Kumpels für eine Olympische Distanz angemeldet. Als er mir das erzählt hatte, habe ich nur gesagt: „Find ich cool, das will ich auch.“
Ich habe damals schon sehr viel Sport gemacht, aber eher Klettern und Bouldern. Die Herausforderung habe ich in etwas Neuem gesehen.
Was hat dich an der Sportart Triathlon gereizt?
Ich habe mir schon öfter Triathlon-Rennen angeschaut. Ich finde es sehr reizvoll, dass man hier drei verschiedene Sportarten in einer vereint. Schwimmen gehe ich nämlich schon seit Jahren, und Rennradfahren habe ich mit meinem Freund öfter gemacht, um einen Ausgleich zum Alltag zu haben. Meistens ein paar Radtouren in der Natur.
Habt ihr dann aus dem Triathlon eine Challenge gemacht?
Eine richtige Challenge nicht, weil ich mich für die Sprintdistanz angemeldet habe und mein Freund für die Kurzdistanz. Aber natürlich hat man sich während des Trainings, gerade beim Schwimmen – weil das konnte ich schon immer gut – geneckt, wer die bessere Pace schwimmt. Aber immer spielerisch, und das hat uns auch etwas mehr angespornt.
Wie hast du dich gefühlt, nachdem du den Schritt gewagt hast, dich anzumelden?
Ich habe mich besonders gefühlt. Endlich hatte ich ein Ziel und eine neue Herausforderung, auf die ich fokussiert und strukturiert hinarbeiten konnte.
Wie lief deine Vorbereitung ab, hattest du einen Trainer?
Nein, einen Trainer hatten mein Freund und ich nicht, das haben wir alles auf eigene Faust gemacht. Aber wir haben uns unzählige Videos angeschaut, von der richtigen Technik im Kraulschwimmen bis hin zur Wechselzone.
Ich habe ein halbes Jahr Zeit gehabt, mich auf den Triathlon Top Race Germany im September 2025 vorzubereiten.
Was war deine größte Herausforderung während der Vorbereitungszeit?
Herausfordernd war für mich vor allem, das Training und mein Studium unter einen Hut zu bekommen, besonders während der Klausurzeit. Da musste die ein oder andere Einheit auch mal ausfallen.
Mein größtes Manko war allerdings das Laufen. Damit habe ich erst nach meiner Anmeldung beim Triathlon begonnen. Dementsprechend stand ich ganz am Anfang. Das war zu Beginn echt schwer, weil man überall Leute sieht, die eine bestimmte Pace laufen oder fünf Kilometer in 20 Minuten rennen. Und man vergleicht sich automatisch mit ihnen. Ich musste also einen Weg finden, mich davon nicht unter Druck setzen zu lassen. Statt mich an einer Pace oder an verschiedenen Distanzen zu orientieren, bin ich 30 Minuten laufen gegangen und habe hinterher geschaut, wie weit ich gekommen bin. Ganz ohne Druck und ohne Vergleiche mit anderen. Das hat mir sehr gutgetan.
Wie war dann der erste Triathlon für dich?
Ich war unfassbar aufgeregt. Ich war schon früh morgens hellwach und habe mich sehr gefreut, dass meine Eltern mich begleitet haben. Ich wusste nicht genau was auf mich zu kommt und ohne die Unterstützung meiner Eltern hätte ich den Start fast verpennt, weil es plötzlich alles so schnell ging. Mittlerweile kann ich drüber lachen, aber zu dem Zeitpunkt war ich ganz schön geschockt. Vor allem mein Papa hat mich beruhigt und mir die Nervosität genommen. Der Triathlon an sich lief dann richtig gut. Ich habe mich von Anfang bis Ende richtig gut gefühlt. Auch wenn es zeitweise anstrengend war, hatte ich immer ein Lächeln im Gesicht und war unfassbar glücklich. Im Ziel habe ich sofort zu meinem Papa gesagt: „Ich will nochmal!“
Was war an dem Tag das Schönste für dich?
Am schönsten war es für mich, diesen Moment gemeinsam mit meinen Eltern zu erleben. Aber auch die Atmosphäre insgesamt war richtig geil. Die ganzen Leute am Rand haben einen angefeuert und Stimmung gemacht. Vor allem auf den letzten 100 Metern. Es war ein unbeschreibliches Gefühl und hat nochmal richtig Schwung reingebracht, wirklich alles zu geben. Dieses Gefühl kann mir keiner mehr nehmen. Ich bin stolz, dass ich den Schritt gewagt habe – Triathlon ist definitiv meine neue Lieblingssportart.
Du hast gesagt, du willst nochmal. Was steht 2026 an?
Ich werde im Juni beim Triathlon in Heilbronn über die Sprintdistanz an den Start gehen – und auch wenn ich mich in der Vorbereitung nicht immer an Zeiten orientiert habe, möchte ich meine Zeit von 1:49h trotzdem toppen! Ich bin aktuell sehr fit und ich denke, dass das gut funktionieren wird. Im September werde ich mich dann an die nächste Herausforderung wagen: Die Kurzdistanz.
Du hast auch eine tolle, spannende oder witzige Geschichte zu erzählen, wie du zum Triathlon gekommen bist? Oder Verletzungen/Krankheiten oder besondere Momente/Ereignisse haben dich erst recht angespornt, (weiter) aktiv zu sein? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@triathlondeutschland.de. Und vielleicht erscheint hier bald deine Geschichte.