Vom Jugendcup zum EM-Gold: Kjell Brandt ist Triathlon-Held des Monats Juni

Mit großem Vorsprung hat Kjell Brandt die Wahl zum Triathlon-Held des Monats Juni gewonnen. Im Interview spricht das aufstrebende Talent über seinen Weg zum Junioren-Europameister, Teamgeist und große Träume. 

JEM-Ticket für Kjell Brandt und Julia Bodenschatz auf dem Podium
Olympia ist das größte Ziel, das man als Sportler erreichen kann.
Kjell Brandt beim Laufen
Kjell Brandt gewinnt bei DTU Jugendcup am Rothsee

Kjell, was bedeutet dir der Titel „Triathlon-Held des Monats“?  
Ich habe mich sehr gefreut! Es ist tatsächlich schon das zweite Mal, dass ich diesen Titel bekomme. 

Du hast beim DTU Triathlon-Jugendcup in Forst gewonnen und dich damit für die Junioren-Europameisterschaften in Melilla qualifiziert. Wie hast du diesen Moment erlebt? 
Ich war total happy, dass ich die Quali geschafft habe – vor allem, weil ich Anfang 2025 noch mit einem Hexenschuss zu kämpfen hatte. Es ist einfach ein riesiger Unterschied, wenn man komplett durchtrainieren kann. Aber das Schwimmen lief dann gut, das Radfahren auch – und beim Laufen wusste ich, dass ich einen ordentlichen Vorsprung hatte. Da wusste ich dann, dass das Rennen gut läuft. 

Besonders beeindruckend war dein Sieg beim Jugendcup am Rothsee – mit großem Vorsprung. War das so geplant? 
Eigentlich nicht. Das war ein Vorbereitungswettkampf für die JEM, und mein Trainer und ich wollten vor allem den Fokus aufs Radfahren legen, dass ich da alle Körner lasse – und dann schauen, wie es beim Laufen wird. Und das hat sehr gut funktioniert.  

Und das hat es auch in Spanien: Herzlichen Glückwunsch zum Titel des Junioren-Europameisters in Melilla! Wie war das Rennen für dich? 
Das Rennen war deutlich härter als erwartet. Beim Schwimmen gab’s ordentlich Gerangel – ich wurde nach hinten gezogen und sogar unter Wasser gedrückt. Trotzdem bin ich okay aus dem Wasser gekommen. 

Auf dem Rad konnte ich dann mit zwei Franzosen weit nach vorne fahren. Beim Laufen habe ich versucht, einen der beiden, der auch Favorit des Rennens war, einzuholen – und als ich ihn hatte, bin ich einfach weitergezogen.  

In der Staffel habt ihr Silber geholt – habt ihr damit gerechnet? 
Wir haben es auf jeden Fall gehofft. Nach dem knappen Zielspurt im letzten Jahr wollten wir dieses Mal unbedingt aufs Podium – und das hat geklappt. Als Team haben wir super harmoniert. 

Wie war die Stimmung im deutschen Team vor Ort? 
Richtig gut! Wir waren alle im gleichen Hotel – auch die Elite – und sind oft gemeinsam essen gegangen. Der Zusammenhalt war stark, man hat sich gegenseitig unterstützt.  

Seit wann machst du eigentlich Triathlon? Wie bist du dazu gekommen? 
Ich komme ursprünglich aus dem Schwimmen, aber gesundheitsbedingt konnte ich nicht mehr die Leistung erbringen, die ich mir gewünscht hatte. Darunter hat auch meine Motivation gelitten. 

Mit dem Wechsel der Sportschule, wollte ich auch die Sportart wechseln. Meine ehemalige Geolehrerin hat mich darauf gebracht, sie hat Triathlon gemacht. Der Umstieg war nicht leicht – ich habe vorher noch nie auf einem Rennrad gesessen, und Lauftraining war auch neu für mich. 

Welche sportlichen Ziele hast du für die nächsten Jahre? Olympia 2028 in Los Angeles? 
Olympia ist definitiv das größte Ziel, das man als Sportler erreichen kann. Dafür arbeite ich – Schritt für Schritt. 

Du hast auch eine tolle, spannende oder witzige Geschichte zu erzählen, wie du zum Triathlon gekommen bist? Oder Verletzungen/Krankheiten oder besondere Momente/Ereignisse haben dich erst recht angespornt, (weiter) aktiv zu sein? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@triathlondeutschland.de. Und vielleicht erscheint hier bald deine Geschichte.