Wie Andreas 15 Athlet*innen glücklich machte

10.12.2020 –  Thorsten Eisenhofer

Im Frühjahr dieses Jahres hat sich Andreas Mergler ein paar
Gedanken gemacht, wie man in dieser tristen Corona-Situation irgendetwas machen
kann, was den von ihm geliebten…

würzburg

Im Frühjahr dieses Jahres hat sich Andreas Mergler ein paar Gedanken gemacht, wie man in dieser tristen Corona-Situation irgendetwas machen kann, was den von ihm geliebten Triathlonsport, die von ihm geliebten Wettkämpfe (die alle abgesagt wurden) und die von ihm geliebte Gemeinschaft mit anderen Ausdauerdreikämpfer*innen verbinden kann. Also Dinge, die ihm fehlten. Mergler ist seit Jahren einer der beiden Abteilungsleiter der Schwimmabteilung des SV Würzburg 05 und passionierter Triathlet (er hat unter anderem viermal an der Ironman-WM auf Hawaii teilgenommen). Er ist also ein Anpacker, jemand, der nicht nur überlegt, ob man etwas machen kann. Sondern jemand, der auch etwas umsetzt.

Im Frühjahr hatte Mergler folgenden Einfall: einen kleinen (Trainings-)Wettkampf in Würzburg zu organisieren. Etwas, was unter den damaligen Coronaregeln möglich war. Etwas, was allen Motivation und auch ein bisschen Geselligkeit bringt. Und etwas, was für ein bisschen Triathlon(wettkampf)feeling sorgt. Also jene Punkte abdeckt, die Mergler, und natürlich auch vielen anderen Athlet*innen, fehlten.

Mergler schrieb rund 25 Sportler*innen aus dem Verein an und berichtete ihnen von seiner Idee. „Es war schön, dass es viele positive Rückmeldungen gab. Aber wir hätten das auch durchgezogen, wenn wir nur zu zweit oder zu dritt gewesen wären“, sagt Mergler. Es ging ja nicht um die Anzahl der Teilnehmer*innen. Sondern um die Sache an sich. Rund 15 Athlet*innen, darunter Profisportler*innen wie Laura Zimmermann oder Carolin Lehrieder, aber auch Hobbyathlet*innen waren schließlich dabei. Die meisten fanden sich nach dem Schwimmen in kleinen Gruppen zusammen, absolvierten den Wettkampf nicht alleine, sondern gemeinsam. Und so kam es zu der von Mergler erhofften Symbiose von Sport, Wettkampf und Gemeinschaft.

Mergler bastelte über Wochen an der Streckenführung, richtig fertig war er erst wenige Tage vor dem Start Ende Juni. Bei ihm persönlich sorgten die Streckentestausfahrten für Motivation. Für Motivation in einer Zeit, in der diese nicht unbedingt immer super groß war, weil coronabedingt Wettkampf um Wettkampf abgesagt werden musste und Ziele erst immer weiter verschoben, dann ad acta gelegt werden mussten.

Geschwommen wurde rund ein Kilometer im Main („Einige Athlet*innen, ich zum Beispiel, sind mit gefühlt null Trainingskilometern im Schwimmen in den Main gesprungen“). Mit dem Rad ging es auf eine anspruchsvolle, mit circa 1000 Höhenmetern gespickte, rund 70 Kilometer langen Strecke rund um Würzburg. Und beim Laufen über elf Kilometer, das an den Würzburger Sehenswürdigkeiten Käppele und Festung vorbeiführte, war auch der eine oder andere Höhenmeter zu überwinden. „Es war“, sagt Andreas Mergler, „eine schöne, kleine Veranstaltung“. Und damit ein kleiner Lichtblick in einem Jahr, das coronabedingt bei den meisten weniger Lichtblicke als erhofft hatte.