DTU-Cheftrainer Ralf Ebli vor dem WM-Rennen in Gold Coast
08.04.2015 – Oliver Kubanek
"The pessimist complains about the wind; the optimist expects it to change; the realist adjusts the sails." - William Arthur Ward
Realisten sind DTU-Cheftrainer Ralf Ebli und Elite-Bundestrainer Dan Lorang definitiv. Entsprechend sind sie mit dem bisherigen Saisonverlauf in der Triathlon-Weltmeisterschafts-Serie nicht wirklich zufrieden, wissen aber auch, dass im Triathlon bereits Kleinigkeiten eine große Wirkung entfalten können. Vor dem dritten Rennen der WM-Reihe haben beide an einigen Stellschrauben gearbeitet und hoffen, nach dem nicht so freundlichen Gesamteindruck beim letzten Wettkampf in Auckland auf stabilere Leistungen ihrer Athletinnen und Athleten. Nachdem der Bundestrainer Rennen zwei vor Ort betreute, weilt aktuell Ebli beim Kader.
Hallo Ralf Ebli, das dritte Rennen der WM-Serie steht an. Wie liefen die letzten Vorbereitungstage?
Nach dem bescheidenen Ergebnis in Auckland ging es erst einmal darum, unsere Wunden zu lecken und sich wieder neu für das Rennen an der Gold Coast zu sammeln. Die Athleten konnten sich gut von den Strapazen erholen und nochmals kleine akzentuierte Reize setzen. Dabei stand die Regeneration im Vordergrund, um mit der nötige Frische wieder an der Startlinie zu stehen. Diese Frische kommt nun langsam wieder.
Wie sieht denn die aktuelle Verfassung der Athletinnen und Athleten aus? Gibt es Beeinträchtigungen nach den Stürzen der ersten Saisonhälfte?
Hanna Philippin ist momentan unser größtes Sorgenkind. Nach ihrem Sturz in Abu Dhabi hat sie erneut muskuläre Probleme im Anschluss an das Rennen in Auckland bekommen, so dass ein Start für Samstag noch fraglich ist. Die medizinische Abteilung und wir Trainer arbeiten auf Hochtouren, um sie wieder fit an die Startlinie zu bekommen. Anne Haugs Sturz in Auckland hat die ersten Tage auch starken Einfluss auf das Training gehabt. Bis zum Samstag sollten aber alle Probleme ausgeräumt sein, so dass sie einsatzfähig sein wird.
Die anderen Nominierten (s. Vorbericht) sind einsatzbereit?
Ja. Bei den Damen hoffen wir somit auf solide Ergebnisse und bei günstigem Rennverlauf auf eine Top 10- und eine TOP 15- Platzierung. Bei den Herren hoffen wir, dass Gregor Buchholz nach seiner Gehirnerschütterung wieder zu alter Stärke zurück findet und sein Körper bereit ist, an die Leistungsgrenze zu gehen. Das war in Auckland noch nicht der Fall. Justus Nieschlag hat sich von seinem Husarenritt in Auckland erholt und ist wieder voller Tatendrang für die Gold Coast. Auch hier wird er wieder probieren, mit der ersten Gruppe aus dem Wasser zu kommen um sich eine gute Ausgangsposition fürs spätere Laufen zu sichern. Franz Löschke will Wiedergutmachung nachdem er in Auckland vor allem im Schwimmen unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Insgesamt liegt ihm der flache Kurs an der Gold Coast auch besser als Neuseeland und somit peilt eine solide Platzierung an. Mit Christopher Hettich hat das DTU-Team nochmals Verstärkung bekommen. Wenn er es schafft, im Schwimmen Anschluss zu halten, kann er auf dem Kurs sicherlich seine Laufstärke zu Geltung bringen und zu einem guten Gesamtergebnis der DTU-Athleten beitragen.
Wie sehen somit die konkreten Erwartungen aus?
Wir erwarten keine Wunder an der Gold Coast, sondern versuchen, unsere drei Olympiaplätze bei Männern und Frauen gegen die starke Konkurrenz zu verteidigen und dabei die ein oder andere gute Einzelplatzierung zu erzielen. Mit einem Top 10-Rang könnten wir aufgrund der aktuellen Umstände zufrieden, aber nicht glücklich sein.