Triathlon ist für alle da – man muss nicht aufs Treppchen, um Großes zu erleben
Wir standen am Streckenrand, sahen zwei schnatternde Brustschwimmerinnen – und sagten: Das können wir auch!
Was bedeutet es für dich, zur Triathlon-Heldin des Monats August 2025 nominiert worden zu sein? Wie hast du davon erfahren?
Als ich die E-Mail gelesen habe, bin ich schreiend durchs Büro gehüpft – das war ein ganz besonderer Moment!
Mein Mann hat mich nominiert, und das bedeutet mir viel. Wir teilen die Leidenschaft für Triathlon, und für mich ist diese Auszeichnung vor allem eine Chance, andere zu motivieren: Triathlon ist für alle da – man muss nicht aufs Treppchen, um Großes zu erleben.
Du wurdest für deine Teilnahme bei den Finals in Dresden nominiert. Was war für dich das Besondere an diesem Event?
Die Finals waren einfach wunderschön. Die Strecke führte durch eine Stadt voller Kultur, überall war Bewegung, verschiedenste Sportarten trafen aufeinander, und tausende Menschen sorgten für eine lebendige Atmosphäre.
Wie bist du zum Triathlon gekommen und was hat dich motiviert, dabei zu bleiben?
Mein Mann und ich haben vor knapp zehn Jahren gemeinsam angefangen. Wir kommen beide vom Laufen und standen damals beim Hamburg Triathlon am Streckenrand. Zwei Teilnehmerinnen schwammen schnatternd Brust – wir sahen uns an und sagten: „Das können wir auch!“ Und so haben wir einfach losgelegt. Seitdem sind wir dabeigeblieben, weil uns der Sport so viel Freude bereitet.
Welche Distanzen liegen dir besonders?
Wir haben mit Sprint- und Kurzdistanzen begonnen, inzwischen sind auch Mitteldistanzen dabei. In Hamburg starte ich fast jedes Jahr – nur einmal musste ich verletzungsbedingt pausieren.
Außerdem bin ich im Betriebssportverband Hamburg aktiv und betreue am Marienkrankenhaus zehn Staffeln, die beim Triathlon mitmachen. Mir ist wichtig, dass möglichst viele Menschen sich trauen, mitzumachen – ganz ohne Leistungsdruck.
Was bedeutet dir Triathlon persönlich?
Triathlon ist für mich ein Lebensstil. Die Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen hält mich fit, macht Spaß und gibt mir Energie. Nächstes Jahr werde ich 60, und ich merke, wie gut mir die Abwechslung tut.
Mein Mann und ich sind beide ein bisschen verrückt – aber im besten Sinne! Ich bin inzwischen auch Mitglied beim FC St. Pauli. In den ersten Jahren habe ich mich nicht getraut, aber heute gehört das einfach zu mir. Der Weg zum Wettkampf ist für mich genauso erfüllend wie das Event selbst. Und wenn ich andere damit anstecken kann – umso schöner.
Wie schaffst du es, Triathlon-Training, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen?
Das funktioniert gut, weil wir als Paar gemeinsam trainieren. Natürlich gibt es Phasen, in denen der Sport viel Raum einnimmt, aber wir achten darauf, dass auch Zeit für Familie bleibt – ein Kaffee mit Mutti gehört genauso dazu wie das Training vor oder nach der Arbeit.
Ein strukturierter Trainingsplan hilft uns, auch Pausen und Regeneration einzuplanen.
Was steht als Nächstes an – 2025 oder in der nächsten Saison 2026?
Wir planen die Teilnahme an der Sprint-WM in Wollongong, Australien. Und 2026 wird für mich ein besonderes Jahr: Ich wechsle die Altersklasse und möchte meine erste Langdistanz in Hamburg finishen – das schenke ich mir selbst zum 60. Geburtstag.
Gab es einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ja, nach einem Radunfall musste ich ein Jahr pausieren. Als ich wieder an der Startlinie stand, war das ein sehr emotionaler Moment. Mein Mann und ich sind gemeinsam ins Ziel gelaufen – es hat sich angefühlt wie früher. Er freut sich immer so, als hätte ich Olympia gewonnen!
Du hast viele Wettkämpfe erlebt, Menschen motiviert und selbst Hürden überwunden. Was bleibt am Ende?
Triathlon ist für mich nicht nur ein Sport, sondern eine Haltung: Es geht darum, mutig zu sein, Freude zu teilen und andere mitzunehmen. Ich möchte zeigen, dass man weder jung noch schnell oder perfekt sein muss, um Triathlon zu lieben – man muss nur den ersten Schritt wagen.
Du hast auch eine tolle, spannende oder witzige Geschichte zu erzählen, wie du zum Triathlon gekommen bist? Oder Verletzungen/Krankheiten oder besondere Momente/Ereignisse haben dich erst recht angespornt, (weiter) aktiv zu sein? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@triathlondeutschland.de. Und vielleicht erscheint hier bald deine Geschichte.