Triathlon-Held des Monats August: Rouven Salewsky über mentale Gesundheit, Rückschläge und neuen Mut

Für Rouven ist der Sport ein wichtiger Anker im Umgang mit Depressionen und mentalen Herausforderungen. Im Interview spricht er über Rückschläge, den Mut, offen über psychische Gesundheit zu sprechen, und darüber, warum Aufgeben für ihn keine Option ist.

zwei Finisher stehen nebeneinander und lächeln
Wenn meine Geschichte auch nur einem Menschen Mut macht, habe ich bereits viel erreicht.
Rouven Salewsky
Junger Mann mit Fahrrad
Rouven Salewsky in der Wechselzone

Rouven, herzlichen Glückwunsch zum Titel „Triathlon-Held des Monats“. Was bedeutet dir diese Auszeichnung?

Vielen Dank. Die Auszeichnung bedeutet mir vor allem deshalb viel, weil sie Aufmerksamkeit auf ein Thema lenkt, das noch immer zu selten offen angesprochen wird: Depressionen und mentale Gesundheit.

Ich leide seit mehr als 10 Jahren an Depressionen und möchte auf dieses Thema aufmerksam machen. Lange habe ich mich dafür geschämt, aber mir hilft es ungemein darüber zu reden. Wenn meine Geschichte auch nur einem Menschen Mut macht, habe ich bereits viel erreicht.

Triathlon begleitet dich durch viele Höhen und Tiefen. Was gibt dir der Sport in schwierigen Zeiten?

Der Sport ist für mich mehr als nur Mittel, um körperlich fit zu sein, sondern eher eine Stütze. Er hilft mir, meine Gedanken zu sortieren. Das bedeutet für mich Freiheit. Sei es eine Intervalleinheit, bei der ich am Limit bin, eine lange Radtour am Deich, bei der ich die Schafe zähle oder ein Lauf in der Dunkelheit mit Musik. Der Sport ist oft das Einzige, was mir Kraft gibt, rauszugehen.

Bei der Challenge Roth musstest du nach zwei Kilometern Schwimmen aufgrund einer Panikattacke aufgeben. Wie hast du diesen Moment erlebt und wie schwer war der Weg zurück?

Die Challenge Roth sollte meine zweite Langdistanz werden, nachdem ich mir beim Ironman in Klagenfurt 2024 während des Rennens einen Überlastungsbruch zugezogen hatte. Das war ein harter Rückschlag, und ich musste mit dem Laufen bei null anfangen. Deswegen habe ich mich sehr darauf gefreut, eine Langdistanz bei der Challenge Roth, gesund ins Ziel zu bringen.

Jedoch kam es dann beim Schwimmen zu einer Panikattacke, die ich noch nie während eines Wettkampfs hatte. An den exakten Moment kann ich mich nicht mehr erinnern, aber das Gefühl danach war extrem bitter.

Zum Glück habe ich viel Zuspruch von Freunden, Familie und meinen Followern auf Social Media bekommen, was mir in dem Moment sehr geholfen hat. Ich wusste sofort, die Saison ist hiermit nicht zu Ende.

Und so kam es, dass du nur wenige Wochen später beim 70.3 Leipzig die Ziellinie in unter fünf Stunden erreicht hast. Worauf bist du bei diesem Rennen besonders stolz?

Gar nicht so sehr auf die Zeit. Stolz bin ich vor allem darauf, dass ich mich trotz der großen Angst vor einer erneuten Panikattacke wieder an die Startline gestellt habe. 

Nach deinem Zieleinlauf hast du spontan das Mikrofon ergriffen und anderen Sportlerinnen und Sportlern Mut gemacht. Was war die Botschaft, die du unbedingt teilen wolltest?

Ich bin ins Ziel gekommen und habe einfach gedacht: „Rouven, in dieser Halle sitzen bestimmt 300 Leute, nutze die Chance! Wenn du einer Person Mut machen kannst, die gerade vielleicht sehr zu kämpfen hat, hast du noch mehr erreicht als „nur“ einen Ironman 70.3 zu finishen.“

Ich habe meine Angst überwunden und sagte, dass jeder der gerade vielleicht zu kämpfen hat, weiter machen und niemals aufgeben soll. Ich stehe hier, habe das Rennen gefinisht, obwohl ich oft fast den Kampf gegen mich selber verloren hätte. Redet darüber, wenn es euch schlecht geht, und hört niemals auf, daran zu glauben, dass es besser wird.Rouven, herzlichen Glückwunsch zum Titel „Triathlon-Held des Monats“. Was bedeutet dir diese Auszeichnung?

Vielen Dank. Die Auszeichnung bedeutet mir vor allem deshalb viel, weil sie Aufmerksamkeit auf ein Thema lenkt, das noch immer zu selten offen angesprochen wird: Depressionen und mentale Gesundheit.

Ich leide seit mehr als 10 Jahren an Depressionen und möchte auf dieses Thema aufmerksam machen. Lange habe ich mich dafür geschämt, aber mir hilft es ungemein darüber zu reden. Wenn meine Geschichte auch nur einem Menschen Mut macht, habe ich bereits viel erreicht.

Triathlon begleitet dich durch viele Höhen und Tiefen. Was gibt dir der Sport in schwierigen Zeiten?

Der Sport ist für mich mehr als nur Mittel, um körperlich fit zu sein, sondern eher eine Stütze. Er hilft mir, meine Gedanken zu sortieren. Das bedeutet für mich Freiheit. Sei es eine Intervalleinheit, bei der ich am Limit bin, eine lange Radtour am Deich, bei der ich die Schafe zähle oder ein Lauf in der Dunkelheit mit Musik. Der Sport ist oft das Einzige, was mir Kraft gibt, rauszugehen.

Bei der Challenge Roth musstest du nach zwei Kilometern Schwimmen aufgrund einer Panikattacke aufgeben. Wie hast du diesen Moment erlebt und wie schwer war der Weg zurück?

Die Challenge Roth sollte meine zweite Langdistanz werden, nachdem ich mir beim Ironman in Klagenfurt 2024 während des Rennens einen Überlastungsbruch zugezogen hatte. Das war ein harter Rückschlag, und ich musste mit dem Laufen bei null anfangen. Deswegen habe ich mich sehr darauf gefreut, eine Langdistanz bei der Challenge Roth, gesund ins Ziel zu bringen.

Jedoch kam es dann beim Schwimmen zu einer Panikattacke, die ich noch nie während eines Wettkampfs hatte. An den exakten Moment kann ich mich nicht mehr erinnern, aber das Gefühl danach war extrem bitter.

Zum Glück habe ich viel Zuspruch von Freunden, Familie und meinen Followern auf Social Media bekommen, was mir in dem Moment sehr geholfen hat. Ich wusste sofort, die Saison ist hiermit nicht zu Ende.

Und so kam es, dass du nur wenige Wochen später beim 70.3 Leipzig die Ziellinie in unter fünf Stunden erreicht hast. Worauf bist du bei diesem Rennen besonders stolz?

Gar nicht so sehr auf die Zeit. Stolz bin ich vor allem darauf, dass ich mich trotz der großen Angst vor einer erneuten Panikattacke wieder an die Startline gestellt habe. 

Nach deinem Zieleinlauf hast du spontan das Mikrofon ergriffen und anderen Sportlerinnen und Sportlern Mut gemacht. Was war die Botschaft, die du unbedingt teilen wolltest?

Ich bin ins Ziel gekommen und habe einfach gedacht: „Rouven, in dieser Halle sitzen bestimmt 300 Leute, nutze die Chance! Wenn du einer Person Mut machen kannst, die gerade vielleicht sehr zu kämpfen hat, hast du noch mehr erreicht als „nur“ einen Ironman 70.3 zu finishen.“

Ich habe meine Angst überwunden und sagte, dass jeder der gerade vielleicht zu kämpfen hat, weiter machen und niemals aufgeben soll. Ich stehe hier, habe das Rennen gefinisht, obwohl ich oft fast den Kampf gegen mich selber verloren hätte. Redet darüber, wenn es euch schlecht geht, und hört niemals auf, daran zu glauben, dass es besser wird.

Depressionen und andere psychische Erkrankungen sind ernstzunehmende Erkrankungen. Wer selbst betroffen ist oder Unterstützung benötigt, sollte sich an Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten oder Beratungsstellen wenden. In akuten Krisen helfen die TelefonSeelsorge unter 0800 1110111 / 0800 1110222 oder 116 123.

Du hast auch eine tolle, spannende oder witzige Geschichte zu erzählen, wie du zum Triathlon gekommen bist? Oder Verletzungen/Krankheiten oder besondere Momente/Ereignisse haben dich erst recht angespornt, (weiter) aktiv zu sein? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@triathlondeutschland.de. Und vielleicht erscheint hier bald deine Geschichte.