„Dieses Jahr ging es vor allem darum, Erfahrung zu sammeln“

Vom Flyer in der Schule zum Europacup-Sieg: Moritz Hägel aus Nürnberg gehört zu den vielversprechenden Nachwuchsathleten in Triathlondeutschland. 

Im Interview spricht der 17-Jährige über seine Saison mit Höhen und Tiefen, seine ersten Schritte im Sport – und erklärt, warum Spaß für ihn das Wichtigste ist. 

Ein junger Mann mit gelber Badekappe am Rand des Schwimmbeckens
Natürlich hätte ich mich lieber selbst sportlich qualifiziert, aber so eine Chance lässt man sich nicht entgehen.
Junger Mann beim Laufen
Junger Mann beim Laufen in blauem Bayerneinteiler

Moritz, wie bist du zum Triathlon gekommen? 
Ich habe in der Schule einen Flyer für einen Schülertriathlon bekommen. Fußball war nicht so mein Ding, also dachte ich: Ich probier’s mal. 

Nach dem Schwimmen – ich bin nur Brust geschwommen – dachte ich: Nie wieder! 400 Meter in knapp 13 Minuten. Aber beim Radfahren und Laufen lief es dann gut, ich kam als Dritter ins Ziel. Und da wusste ich: Das macht Spaß, das will ich weitermachen. 

Und wie ging es dann weiter? 
Ich habe mich bei dem Verein angemeldet, der den Triathlon veranstaltet hat. Die Leistungen wurden immer besser, ich kam in den Bayernkader und bin letztes Jahr an den Stützpunkt nach Nürnberg gewechselt. Das war ein großer Schritt – mit 15 von zu Hause weg. Ich fahre jedes zweite Wochenende nach Hause, um meine Familie zu sehen. 

Gab es für dich bisher ein besonderes Erlebnis im Triathlon? 
Vor zwei Jahren bin ich bei der Deutschen Meisterschaft in Goch als Erster vom Rad gestiegen – das war überraschend, weil ich da noch der jüngere Jahrgang war. Am Ende wurde ich Zweiter. Das war ein richtig cooles Gefühl. Und dieses Jahr konnte ich den Junioren Europacup in Wels gewinnen – das war der nächste große Schritt. 

Wie verlief deine Saison? 
In Halle (beim DTU Jugendcup, Anm. d. Redaktion) war ich nicht wirklich zufrieden. Das Rennen lief durchwachsen, und ich habe die Schwimmnorm leider nicht geschafft. Zum Glück habe ich es dann bei der Deutschen Meisterschaft in Roth aufs Podium geschafft und mich so für die Junioren Europameisterschaft 2025 in Melilla qualifiziert. 

Kurz vor der EM gab es dann aber einen Rückschlag... 
Ja, zwei Wochen vorher hatte ich einen Sturz und eine Gehirnerschütterung. Es war lange unklar, ob ich überhaupt starten kann. Nachwuchstrainer Frank Heimerdinger hat dann gesagt, er nimmt mich auf jeden Fall mit, und wir schauen vor Ort, ob es geht. Ich war froh, dass ich überhaupt starten konnte, auch wenn ich mit meiner Leistung nicht ganz zufrieden war (Moritz wurde 34., Anm. d. Redaktion). 

Die WM-Qualifikation hat dann nicht geklappt. Wie ging es für dich weiter? 
Ich habe danach ein paar Bundesliga-Rennen gemacht und mit der TSG 08 Roth den Klassenerhalt geschafft – das war ein echtes Highlight. 

Und dann kam die überraschende Nachricht aus dem Trainingslager  
Genau. Frank Heimerdinger hat mir erzählt, dass sich ein Teamkollege den Arm gebrochen hat und gefragt, ob ich bei der WM einspringen will. Das war bitter für Kjell Brandt. Natürlich hätte ich mich lieber selbst gerne sportlich qualifiziert, aber so eine Chance lässt man sich nicht entgehen.  

In Australien bist du 30. geworden. Wie zufrieden bist du und was hast du dir für 2026 vorgenommen? 

Ganz zufrieden bin ich nicht mit dem Rennen, da ich nach einem schlechten Schwimmen sehr viel auf dem Rad arbeiten musste, um in die Spitzengruppe zu fahren. Beim abschließenden Lauf hatte ich dann nicht mehr so viel im Tank. Dieses Jahr ging es vor allem darum, Erfahrung zu sammeln. Ich weiß, woran ich arbeiten muss.  

Für 2026 habe ich mir vorgenommen, dass ich die Schwimmnorm schaffe und mich für die EM und WM qualifiziere.

Du hast auch eine tolle, spannende oder witzige Geschichte zu erzählen, wie du zum Triathlon gekommen bist? Oder Verletzungen/Krankheiten oder besondere Momente/Ereignisse haben dich erst recht angespornt, (weiter) aktiv zu sein? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@triathlondeutschland.de. Und vielleicht erscheint hier bald deine Geschichte.