Triathlon-Held des Monats Juli: Jaron Kollmeier von der Warteliste zur JWM-Qualifikation

Jaron Kollmeier wurde zum Triathlon-Helden des Monats Juli gewählt. Als erster Nachrücker reiste der 18-Jährige zur Junioren-Europameisterschaft nach Elbląg, erfuhr erst am Morgen des Rennens von seinem Startrecht und qualifizierte sich mit Platz elf direkt für die Junioren-Weltmeisterschaften. 

Junger Triathlet überquert die Ziellinie und gewinnt die Deutschen Meisterschaften Jugend A 2025
So eine gute Platzierung hätte ich mir nicht erträumen können und auch die Qualifikation zur JWM war etwas, woran nach meinem schwierigen Saisonstart mit langer Verletzungsphase kaum zu denken war.
Jaron Kollmeier
Junger Triathlet bei den Europameisterschaften in Elblag, Polen 2026
Jaron Kollmeier auf dem Fahrrad im GER Einteiler

Jaron, du bist als erster Nachrücker nach Elbląg gereist. Wie bist du mit der Unsicherheit umgegangen, nicht zu wissen, ob du überhaupt starten darfst?

Ich habe mir bewusst gemacht, dass das passieren kann. Gleichzeitig habe ich mich darauf fokussiert, so gut vorbereitet wie möglich anzureisen, um jederzeit starten zu können.

Um 6:15 Uhr wurdest du dann geweckt und hast erfahren, dass du doch starten kannst. Wie hast du reagiert?

Als mich Bundestrainer Frank Heimerdinger um kurz nach sechs aus dem Bett geklingelt hat, habe ich schon beim Abheben gehofft, dass es gute Nachrichten gibt und war dementsprechend überglücklich. Auf der anderen Seite tat mir der Athlet leid, der nicht starten konnte. Ich denke, auch ihm hätte das Rennen viel bedeutet.

Wie schwer war es, innerhalb kürzester Zeit wieder in den Wettkampfmodus zu wechseln?

Das fiel mir nicht besonders schwer. Die Vorfreude, an die Startlinie zu gehen und die Chance mit so vielen anderen starken Athleten zusammen zu racen und zu zeigen, was ich kann, hat definitiv alles überwogen.

Mit Platz elf hast du die Qualifikation für die Junioren-Weltmeisterschaft geschafft. Wann hast du realisiert, was dir gelungen ist?

Das hat auf jeden Fall ein paar Tage gedauert. So eine gute Platzierung hätte ich mir nicht erträumen können und auch die Qualifikation zur WM war etwas, woran nach meinem schwierigen Saisonstart mit langer Verletzungsphase kaum zu denken war.

Du bist mit 18 Jahren bereits auf internationalem Niveau unterwegs. Wie bist du zum Triathlon gekommen und wann hast du dein Potenzial erkannt?

Im Vergleich zu vielen meiner Mitstreiter habe ich spät mit dem Triathlon begonnen – mit Zwölf war ich das erste Mal bei einem Schwimmtraining und habe das Kraulen gelernt.

Davor habe ich Leichtathletik gemacht. Auch wenn mein Trainer mir wiederholt gesagt hat, dass er viel Potenzial bei mir sieht, habe ich erst letzte Saison mit dem Deutschen Meister Titel in der Jugend A angefangen zu glauben, dass da vielleicht tatsächlich was dran ist.

Was fasziniert dich am Triathlon?

Ich liebe den Sport, weil er mich glücklich macht und ich gleichzeitig beim Sport so vieles lerne, was mich weiterbringt - Grenzen auszuloten, die Komfortzone zu verlassen, Probleme zu lösen, mit Schmerzen umzugehen, diszipliniert und vor allem mental stark zu sein.

Zudem ist Triathlon so vielseitig, und es gibt sehr viele Bereiche und Stellschrauben, um sich zu verbessern. 

Wer ist Jaron Kollmeier abseits von Training und Wettkämpfen? 

Ich spiele seit 14 Jahren Klavier und habe jede Woche Unterricht. Musik ist für mich ein sehr wichtiger Ausgleich zum Sport. Außerdem spiele ich gerne Schach, treffe mich, wenn die Zeit es zulässt, mit Freunden. Und ich verbringe viel Zeit mit meinen Geschwistern und meiner Familie.

Mit welchem Gefühl reist du jetzt zur Junioren-Weltmeisterschaft im September?

Da ich sehr dankbar über die Chance bin, an meiner ersten JWM teilzunehmen, reise ich mit Gefühlen von großer Vorfreude und auch ein wenig Stolz an.

Nachdem ich verletzungsbedingt eine schwere erste Jahreshälfte hinter mir habe, in der ich bis Anfang Juni kaum Radfahren und gar nicht Laufen durfte, hatte ich eigentlich schon mit der Saison abgeschlossen. Trotzdem ist es toll, dass sich das ausgezahlt hat.

Außerdem bin ich sehr dankbar für die Menschen, die es mir ermöglicht haben, es dorthin zu schaffen. Mein Ziel ist, bei der WM so gut vorbereitet wie möglich an den Start zu gehen, dort alles zu geben und Erfahrungen für das nächste Jahr zu sammeln.

Du hast auch eine tolle, spannende oder witzige Geschichte zu erzählen, wie du zum Triathlon gekommen bist? Oder Verletzungen/Krankheiten oder besondere Momente/Ereignisse haben dich erst recht angespornt, (weiter) aktiv zu sein? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@triathlondeutschland.de. Und vielleicht erscheint hier bald deine Geschichte.