Eine deutsche Triathletin läuft die letzten Meter eines Rennens ins Ziel

WTCS Karlsbad: Lisa Tertsch holt viertes Podium in Serie

13.09.2026 –  Oliver Kraus

Lisa Tertsch hat ihre starke Form auch beim vorletzten Rennen der World Triathlon Championship Series (WTCS) bestätigt. 

Eine deutsche Triathletin läuft die letzten Meter eines Rennens ins Ziel

Die Darmstädterin belegte im tschechischen Karlsbad nach einer beeindruckenden Aufholjagd Platz drei (2:04:33) hinter der Britin Georgia Taylor-Brown (2:03:05) und der US-Amerikanerin Taylor Spivey (2:03:41) und stand damit zum vierten Mal in Folge auf einem Podium der WM-Serie.

Ebenfalls überzeugen konnte Franka Rust, die als Neunte ihr bislang bestes Ergebnis in der WTCS erzielte und erstmals in den Top Ten eines Rennens der höchsten internationalen Rennserie landete. 

Tertsch sicherte sich Rang drei auf dem welligen und herausfordernden Kurs durch den Kurort dank einer herausragenden Laufleistung auf den abschließenden zehn Kilometern. 

Aufholjagd dank Spitzen-Laufzeit

Nach einem schnellen Wechsel vom Rad in die Laufschuhe startete die 27-Jährige die Verfolgung der dreiköpfigen Spitzengruppe um Taylor-Brown, Spivey und die Österreicherin Therese Feuersinger. Das Trio hatte sich zu Beginn der 40 Kilometer langen Radstrecke am ersten steilen Anstieg abgesetzt. Auf dem anspruchsvollen, nassen Rundkurs, der sieben Mal zu befahren war und auf dem es zu mehreren Stürzen sowie Ausfällen kam, wuchs der Vorsprung bis zum zweiten Wechsel auf 2:31 Minuten an. 

Mit der mit Abstand schnellsten Laufzeit (33:34) des Tages setzte sich Tertsch an die Spitze der Verfolgerinnen, wehrte zwischenzeitlich die Attacke der Luxemburgerin Jeanne Lehair ab und überholte auf der letzten Runde Feuersinger. 

„Ich kenne das Gefühl, in der Verfolgung sein zu müssen, von früher“, sagte die amtierende Welt- und Europameisterin, die in den letzten Jahren das Schwimmen deutlich verbessern konnte. „Ich war mir nicht sicher, den Rückstand aufholen zu können, aber ich wusste, dass es nicht unmöglich sein würde. Von daher wollte ich es zumindest versuchen und mein Bestes geben.“

Auch wenn mit Rang drei der vierte Podestplatz in Serie zu Buche stand, konnte die Titelverteidigerin im Kampf um die WM-Krone 2026 keinen Boden auf die drei vor ihr liegenden Athletinnen gut machen. Olympiasiegerin Cassandre Beaugrand (FRA) liegt weiter mit der Maximal-Ausbeute von 4.000 Punkten in Führung. Es folgen Beth Potter (GBR; 3.775), Tilda Mansson (SWE; 3.636) und eben Tertsch (3.561), die aber weiter zuversichtlich für das Finale im spanischen Pontevedra bleibt:

„Es macht Spaß. Ich bin mit meiner Konstanz – bis auf den Start der Saison – zufrieden. Ich freue mich darauf, in zwei Wochen wieder zu racen.“

Premiere für Rust

Neben Tertsch überzeugte auch Franka Rust. Nur eine Woche nach ihrem ersten Einzelsieg in der frubiase SPORT 1. Triathlon-Bundesliga kam die 23-Jährige als Neunte freudestrahlend ins Ziel und sicherte sich ihre erste Top-Ten-Platzierung in der WM-Serie. 

„Es hat Spaß gemacht. Das Schwimmen lief besser als im letzten Jahr. Der Kurs ist sehr ehrlich, da kann man sich nirgendwo verstecken. Ich konnte meine Stärken Rad und Laufen gut ausspielen. Ich bin mega, mega happy“, so Rust.

Eine Platzierung in den Top Ten verpasste Tanja Neubert äußerst knapp. Eine 15-sekündige Zeitstrafe wegen nicht ordnungsgemäß in der Wechselbox verstauten Equipments kostete die 26-Jährige den Sprung in die Top Ten. Neubert belegte Rang elf (2:06:34).

Lindemann im Pech

Selina Klamt wurde 16. (2:08:14), Julia Bröcker 25. (2:10:41). Laura Lindemann, die auf der Radstrecke lange gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen in der zweiten Verfolgergruppe unterwegs gewesen war, musste das Rennen in der vorletzten Radrunde nach einem Plattfuß vorzeitig beenden. 

„Es ist das erste Mal, dass mir das passiert ist. Es ist schade, ich habe mich sehr auf das Rennen gefreut“, sagte Lindemann.

Die komplette Ergebnisliste steht online zur Verfügung.