Ein Para Triathlet, dem der linke Unterarm fehlt, läuft auf der Laufstrecke

World Triathlon Championship Finals: Schulz gewinnt WM-Silber, Renner holt Bronze

25.09.2026 –  Oliver Kraus

Die deutschen Para Triathletinnen und Para Triathleten haben bei den World Triathlon Championship Finals im spanischen Pontevedra zwei Medaillen gewonnen. 

Ein Para Triathlet, dem der linke Unterarm fehlt, läuft auf der Laufstrecke

Martin Schulz sicherte sich in der Klasse PTS5 die Silbermedaille und verpasste seinen fünften Weltmeistertitel nur knapp. Anja Renner und Guide Maria Paulig erkämpften sich in der Klasse PTVI Bronze. Valentin Hanzer fehlten als Vierter der Klasse PTS3 lediglich drei Sekunden zu einem weiteren Podiumsplatz.

Silber für Schulz

Der zweimalige Paralympics-Sieger Martin Schulz hat bei den World Triathlon Championship Finals in Pontevedra die Silbermedaille in der Klasse PTS5 gewonnen und damit einen weiteren Meilenstein seiner außergewöhnlichen Karriere gesetzt. Der 36-Jährige verpasste seinen insgesamt fünften Weltmeistertitel lediglich um 16 Sekunden.

Schulz hatte auf der Radstrecke zunächst versucht, den Rückstand auf Filipe Marques (POR) zu verkürzen, der als Erster aus dem Wasser gekommen war. Gemeinsam mit dem US-Amerikaner Chris Hammer gelang es ihm schließlich, den Portugiesen auf der Laufstrecke zu stellen. Auf den drei Laufrunden durch die galicische Stadt war es dann aber Hammer, der die größten Kraftreserven hatte und nach 1:00:06 Stunden als Erster das Ziel erreichte. 

Schulz, der bei der Para WM im Vorjahr im australischen Wollongong Bronze gewonnen hatte, folgte nach 1:00:22 Stunden auf Rang zwei. Marques komplettierte das Podium als Dritter in 1:00:26 Stunden. Für den Leipziger war es bereits das elfte Edelmetall bei Para-Triathlon-Weltmeisterschaften.

„Ich habe mir ein bisschen mehr erhofft. Ich bin hierhergekommen, um Weltmeister zu werden“, erklärte Schulz, der vor drei Jahren an gleicher Stelle letztmals WM-Gold gefeiert hatte. Dennoch zeigte sich der Dritte der Paralympics in Paris mit seinem Ergebnis zufrieden: „Die Formkurve ging zuletzt steil nach oben, aber heute war nicht der beste Tag. Umso glücklicher bin ich mit Silber.“

Eine sehbeeinträchtigte Para Triathletin läuft gemeinsam mit ihrem Guide auf der Laufstrecke eines Para Triathlons

Bronze für Renner

Anja Renner hat sich bei den World Triathlon Championship Finals in Pontevedra gemeinsam mit Guide Maria Paulig die Bronzemedaille in der Klasse PTVI der sehbeeinträchtigten Triathletinnen gesichert. Damit wiederholte das deutsche Duo den Podestplatz, den es bereits im Vorjahr bei den WM-Finals im australischen Wollongong erreicht hatte.

Nach einem verhaltenen Schwimmen arbeitete sich die Bayerin auf dem Rad und vor allem beim Laufen kontinuierlich nach vorne und verkürzte den Rückstand auf die Konkurrenz Schritt für Schritt. Am Ende wurde die 40-Jährige mit der Bronzemedaille belohnt.

Nach 1:09:44 Stunden sicherten sich Renner und Paulig die Bronzemedaille. Damit entsprach das Podium exakt dem Ergebnis der Europameisterschaften in Tarragona. Gold gewann erneut die Spanierin Susana Rodriguez (B1) in 1:06:37 Stunden. Aufgrund ihrer Klassifizierung als vollständig sehbehinderte Athletin ging die Lokalmatadorin mit einem Zeitkompensationsvorsprung von 3:21 Minuten auf die Athletinnen der Klassen B2 und B3 ins Rennen. Silber sicherte sich die Italienerin Francesca Tarantello (B3), die wie Renner als moderat sehbehindert eingestuft ist und nach 1:08:30 Stunden das Ziel erreichte.

„Mit dem Resultat können wir mehr als zufrieden sein, vor allem weil ich heute keinen so guten Tag hatte. Das hat man schon beim Schwimmen gemerkt. Das war so lala. Ich war am Ende echt erleichtert, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass es noch für den dritten Platz reichen würde“, sagte Renner im Zielinterview.

Hanzer fehlen drei Sekunden zum Podium

In der Klasse PTS3 hat Valentin Hanzer bei seiner zweiten Para Triathlon-Weltmeisterschaft das Podium nur knapp verpasst. Der Münchner lag nach dem Schwimmen und zu Beginn der Radstrecke noch in Schlagdistanz zu den Medaillenrängen, verlor auf dem schnellen Radkurs jedoch zwischenzeitlich etwas Boden.

Auf den abschließenden drei Laufrunden kämpfte sich Hanzer noch einmal zurück und verkürzte den Rückstand auf die Konkurrenz deutlich. Nach 1:10:16 Stunden überquerte der WM-Sechste des Vorjahres die Ziellinie auf Rang vier. Zum Bronzerang des Griechen Stylianos Malakopoulos (1:10:13 Stunden) fehlten ihm lediglich drei Sekunden. Den Weltmeistertitel sicherte sich der Brite Henry Urand in 1:07:17 Stunden.

In der Klasse PTS2 belegte Neele Ludwig beim Sieg der US-Amerikanerin Hailey Danz (1:19:37) nach 1:32:50 Stunden Rang sieben und komplettierte damit das deutsche Ergebnis bei den Para Weltmeisterschaften.

Ergebnisse

Alle Ergebnisse stehen online zur Verfügung.