Zweimal Podium beim Heimrennen in Hamburg: Tertsch Zweite, Graf Dritter
11.07.2026 – Oliver Kraus
Das Podium der Frauen mit Lisa Tertsch, Rang zwei, Leonie Periault (FRA), Rang eins und Tilda Månsson (SWE), Rang drei
Beim SUZUKI World Triathlon Hamburg presented by HAMBURG WASSER sorgten Lisa Tertsch mit Rang zwei und Henry Graf mit Platz drei für zwei Podestplätze vor dem lautstarken heimischen Publikum. Zudem präsentierte sich der Kader der Deutschen Triathlon Union (DTU) beim fünften Stopp der World Triathlon Championship Series (WTCS) insgesamt in starker Breite.
Bei den Frauen war es einmal mehr Lisa Tertsch, die ihrer Favoritinnenrolle gerecht wurde und die in sie gesetzten Hoffnungen eindrucksvoll erfüllte. Erst am Donnerstag vom Studium in Boston angereist, zeigte die Darmstädterin von Beginn an, dass bei hochsommerlichen Temperaturen mit ihr zu rechnen ist. Als Dritte ging die Mixed-Relay-Olympiasiegerin von Paris 2024 auf die Radstrecke, positionierte sich über die 20 Kilometer immer wieder weit vorne im Feld und spielte beim abschließenden Lauf ihre Stärke aus.
Tanja Neubert und Lisa Tertsch gehen gemeinsam nach dem Wechsel auf die Laufstrecke
Die amtierende Weltmeisterin war die einzige Athletin, die auf den zweimal 2,5 Kilometern durch die Hamburger Innenstadt das hohe Tempo von Vorjahressiegerin Leonie Periault (FRA) lange mitgehen konnte. Am Ende musste Tertsch die Französin (55:51) ziehen lassen und wurde mit vier Sekunden Rückstand Zweite (55:55). Für Tertsch Grund zur Freude, zumal es nach Rang drei im Jahr 2022 ihr zweites Podium in der Elbmetropole ist:
„Ich bin erst am Donnerstag angereist. Ich wusste, dass das ambitioniert ist. Aber ich habe gedacht, ich probiere es trotzdem. Es hat super funktioniert.“ Dennoch wollte die 27-Jährige daraus keine Ziele für die Saison ableiten: „Ich versuche, mir keine ergebnisorientierten Ziele zu setzen, sondern eher prozessorientierte. Das hat auch letztes Jahr gut geklappt. Da war nicht der WM-Titel das Ziel, sondern jedes Rennen ein bisschen besser zu machen. Und das ist mein gleiches Ziel für dieses Jahr. Im Moment funktioniert es gut. Ich schaue dann, was am Ende rauskommt.“
Für ein gutes Mannschaftsergebnis sorgten neben Tertsch auch ihre Teamkolleginnen: Franka Rust belegte Rang elf (56:24), Laura Lindemann, die in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal in Hamburg am Start war, wurde Zwölfte (56:32). Tanja Neubert folgte als 14. (56:41). Julia Bröcker überzeugte mit einem starken Schwimmen und kam auf Platz 20 (56:50). Annika Koch wurde 30. (58:22).
Kurz zuvor hatten bereits die deutschen Männer für Begeisterung am Rathausmarkt gesorgt. Allen voran Henry Graf, der nach Rang fünf im Vorjahr als Dritter den Sprung aufs Podium schaffte.
Henry Graf jubelt über Platz drei in Hamburg
Der großgewachsene Athlet hielt lange das Tempo an der Spitze mit, musste auf dem letzten Kilometer jedoch abreißen lassen. Der amtierende Weltmeister Matthew Hauser (AUS), bereits 2024 und 2025 Sieger in Hamburg, setzte sich erneut durch (50:07). Zweiter wurde der Führende der WM-Serie Vasco Vilaça (POR; 50:10), ehe Henry Graf als Dritter das Podium komplettierte (50:15).
„Ich kann damit nur zufrieden sein“, sagte Graf im Zielinterview. „Es war von vorne bis hinten ein gutes Rennen. Ich habe mich taktisch gut verhalten. Die zwei Jungs vorne sind vielleicht noch mal eine Nummer stärker, aber ich bin guter Dinge, dass ich da noch einmal hinkommen kann irgendwann.“
Der Hesse spielte vor allem auf den Moment an, als Matthew Hauser die entscheidende Tempoverschärfung setzte: „Ich habe mir schon gedacht, dass irgendwann der brutale Antritt kommt und mich versucht, mental darauf vorzubereiten. Ich habe mich eigentlich noch gut gefühlt, aber als er dann losgelaufen ist, habe ich noch versucht mitzugehen, aber dann haben sich auf einmal die Beine wie Beton angefühlt. Dann habe ich nur noch versucht, ins Ziel zu kommen, den dritten Platz zu sicher. Darüber bin ich megaglücklich.“
Erfreulich aus deutscher Sicht war zudem das Abschneiden von Tim Hellwig, der als Neunter ein Top-Ten-Ergebnis erreichte (50:33):
„Das war von vornherein mein Ziel. Ich war das ganze letzte Jahr verletzt. hier, vor heimischen Publikum in die Top Ten zurückzukehren, ist eine große Freude. Ich bin sehr dankbar, dass ich wieder hier den Sport machen darf. Es war ein Megarennen und richtig cool, wie uns das Publikum nach vorne gepusht hat.“
Valentin Wernz belegte Platz 42 (51:54), Chris Ziehmer wurde 50. (53:07).
Auf Basis der Einzelergebnisse stellen voraussichtlich Franka Rust, Lisa Tertsch, Henry Graf und Tim Hellwig die deutsche Staffel, die morgen ab 17:30 Uhr (live im ZDF) um den Weltmeistertitel kämpft.
Ergebnisse
Die kompletten Ergebnisse stehen online zur Verfügung: