Para EM: Neele Ludwig Europameisterin │ Bronze für Renner und Hanzer
14.06.2026 – Oliver Kraus
Neele Ludwig trotzte der Hitze Spaniens und zauberte eine starke Aufholjagd auf den Asphalt
Dank einer fulminanten Vorstellung auf der Rad- wie Laufstrecke verkürzte die Norddeutsche ihren Rückstand auf die lange Zeit in Führung liegende Belgierin Gitte Welslau Sekunde um Sekunde. Am Ende zog Ludwig auf den letzten Metern noch an der Konkurrentin in einem spannenden Fotofinish vorbei und sicherte sich den EM-Titel nach 1:26:14 Stunden mit vier Sekunden Vorsprung.
Bronze für Renner und Hanzer
Vor dem EM-Coup Ludwigs hatte es bereits zwei weitere Medaillen für die Para Triathletinnen und Triathleten der Deutschen Triathlon Union (DTU) gegeben.
Beim Sieg der Lokalmatadorin Susana Rodriguez (1:06:05) sicherte sich Anja Renner mit ihrem Guide Maria Paulig in der Klasse PTVI Bronze. Die sehbeeinträchtigte Dritte der Paralympics 2024, die sich vor dem Abflug nach Spanien noch einen Kapselabriss im Zeh zugezogen hatte, überquerte nach 1:08:23 Stunden die Ziellinie und machte damit den undankbaren vierten Platz bei der letztjährigen EM vergessen.
„Wir haben ein gutes Resultat erzielt. Wir können stolz auf uns sein“, so Renner, die nachschob, dass es durchaus harte Bedingungen in der Hafenstadt waren. „Es war wirklich sehr heiß, aber Maria hat einen guten Job gemacht, ich musste mich nur an sie halten. Aber beim Laufen habe ich gut gelitten.“
Ebenfalls Bronze ging an Valentin Hanzer, der sich in einem mitreißenden, weil von Start bis Ziel äußerst spannenden Rennen auf Augenhöhe mit der internationalen Konkurrenz präsentierte und nach 1:06:52 Stunden als Dritter hinter Henry Urand (GBR; 1:05:55) sowie Daniel Molina (ESP; 1:06:09) das Ziel erreichte.
Dementsprechend zufrieden zeiget sich Hanzer im Ziel: „Das war das erste Rennen, das richtig Bock gemacht hat, weil alle sehr eng beisammen waren.“
Schulz mit Extrarunde
Eine erhoffte Medaille verpasste indes Martin Schulz. Der zweifache Paralympicssieger, der als Titelverteidiger in der Klasse PTS5 angetreten war, fuhr eine Radrunde zu viel und bewältigte die paralympische Distanz von 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen dementsprechend nur in 1:06:10 Stunden. Am Ende wurde der Titelaspirant mit einem Rückstand von rund sechs Minuten auf Europameister Bence Mocsari (HUN; 1:00:04) Sechster.
Einen starken ersten Eindruck auf der großen Bühne hinterließ indes Sabine Ellerbrock. Angetreten, um bei ihrer EM-Premiere internationale Erfahrungen zu sammeln, stand am Ende ein fünfter Rang in der Klasse PTS4 zu Buche (1:28:58).
Jan Froede belegte bei seinen ersten Europameisterschaften in der Rollstuhlklasse PTWC Platz acht (1:22:32).
Die kompletten Ergebnislisten werden im Laufe des Tages hier zur Verfügung stehen.