Frauengruppe auf Radstrecke beim WTCS in Yokohama

EM 2026: Tertsch peilt EM-Titel an I Medaillenchancen für Para Triathleten

11.06.2026 –  Swantje Kaiser

Im spanischen Tarragona steht am kommenden Wochenende mit der Europameisterschaft (EM) der erste Saisonhöhepunkt an. Die Deutsche Triathlon Union (DTU) ist mit einem achtköpfigen Elite-Aufgebot sowie einem siebenköpfigen Para Team vertreten.

Lisa Tertsch auf der Laufstrecke

Am Samstag, den 13. Juni, gehen die Elite-Sportlerinnen und -Sportler auf Medaillenjagd über die Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen │ 40 km Radfahren │ 10 km Laufen). Die Para Athleten starten am Sonntag, den 14. Juni. 

Klarer Fokus bei Tertsch 

Lisa Tertsch überzeugte bereits vor zwei Wochen mit Rang drei beim WM-Serien-Rennen im italienischen Alghero und ist damit erfolgreich in den Qualifikationszeitraum für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles gestartet. Mit Tertsch geht eine deutsche Top-Athletin ins Rennen, deren Fokus klar darauf liegt, ein gewichtiges Wort bei der Medaillenvergabe mitzusprechen. „Ich will Europameisterin werden”, sagt Lisa Tertsch mit Blick auf das anstehende Rennen.  

Zum erweiterten Kreis der Podiums-Aspiranten zählen außerdem Julia Bröcker und Franka Rust. Bröcker überzeugte mit Rang sieben beim Weltcup in Chengdu sowie Rang 15 beim WTCS-Stopp in Yokohama durch konstante Leistungen. Auch Rust erreichte bei beiden Rennen jeweils eine Top-15-Platzierung. 

Europameisterin der Junioren-Mixed-Relay 2022, Jule Behrens, sowie Selina Klamt komplettieren das deutsche Frauenfeld. Bei beiden Athletinnen liegt der Fokus vor allem auf der Selbstsicherheit und Stabilität. „Insgesamt würde ich schon sagen, dass das Feld gut besetzt ist”, sagt Hoffmeister mit Blick auf die Startliste. „Vor allem mit Bianca Sergeni wird das Schwimmen schnell, mit Rainsley (GBR) und Kropkó (HUN) sind einige gute Schwimmerinnen dabei. Nicht alle kommen zusammen aus dem Wasser. Wenn wir Franka und Julia Richtung Top-15 bekommen ist das gut. Und bei Lisa geht es nur noch ums Podest.” 

Im Männerfeld ruhen die Hoffnungen auf Lasse Lührs, Olympiasieger in der Mixed Relay 2024. Nach seinem Sturz beim Europacup in Carole heißt es nun für Lührs, die Lücke zur Weltspitze zu schließen und an die vorherigen Leistungen anzuknüpfen. 

Ergänzt wird das deutsche Männerteam durch Benedikt Bettin und Jonas Osterholt. 

Das Frauenrennen startet am Samstag um 15:30 Uhr deutscher Zeit, das Männerrennen folgt um 18:30 Uhr. Beide Wettbewerbe werden live online übertragen.

Martin Schulz läuft in die Wechselzone zum Rad

Schulz greift nach Titelverteidigung 

Über die paralympische Distanz (750 Meter Schwimmen │ 20 km Radfahren │ 5 Kilometer Laufen) geht mit Martin Schulz (PTS5) ein zweifacher Paralympics-Sieger an den Start. Schulz zählt in seiner Startklasse als Titelverteidiger natürlich zu den Topfavoriten auf den Titel. 

Neben Schulz treten mit Neele Ludwig (PTS2) und Anja Renner (PTVI) mit Guide Maria Paulig zwei weitere Athletinnen an, die 2025 Medaillen bei Europa- beziehungsweise Weltmeisterschaften Medaillen errungen haben.  

„Chancen auf eine Podestplatzierung sehen wir bei allen dreien. Sie sind gut durch die Vorbereitung gekommen und hochmotiviert“, blickt Para Bundestrainer Tom Kosmehl voraus. 

Ludwig verpasste im vergangenen Jahr nur knapp den EM-Titel. Entsprechend liegt auch bei ihr der Fokus klar der Kampf um Gold.  

Auch Renner geht mit Medaillenambitionen ins Rennen. Die Bronzegewinnerin der Paralympics 2024 sowie der Weltmeisterschaft in Wollongong 2025 stellte bereits in der Vergangenheit ihre EM-Stärke unter Beweis. Im vergangenen Jahr verpasste sie mit Rang vier nur knapp das Podium. 

Ebenfalls am Start ist Valentin Hanzer (PTS3), der nach einer durchwachsenen Vorbereitung seinen Fokus weniger auf eine Medaille, sondern auf die zweite Jahreshälfte legt. 

Neben den etablierten Athleten sind auch zwei internationale Rookies in Tarragona dabei: Sabine Ellerbrock (PTS4) und Jan Froede (PTWC). Für beide ist es die erste internationale Bewährungsprobe. Der wachsende Kader unterstreicht die starke Entwicklung im deutschen Para Triathlon. 

„Mit zwei Neulingen können wir stolz auf die Entwicklung sein. Sabine Ellerbrock und Jan Froede wollen nach ihrer Klassifizierung vor Ort erste internationale Erfahrungen sammeln“, so Kosmehl. 

Die Para Rennen beginnen am Sonntag ab 15:00 Uhr. 

Startlisten  

Die Startlisten sind online verfügbar:  

Tarragona Facts  

Tarragona liegt im spanischen Katalonien, rund 100 Kilometer südwestlich von Barcelona.  

Die Elite startet über die Olympische Distanz: 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen. Geschwommen werden zwei Runden à 750 Meter im Hafen von Tarragona.  Der anschließende Radkurs führt über einen fünf Kilometer langen Rundkurs entlang der östlichen Küstenseite, der achtmal absolviert werden muss. 

Den Abschluss bildet die Laufstrecke mit vier Runden à 2,5 Kilometer entlang des Hafens. Bei erwarteten Temperaturen von bis zu 30 Grad werden neben der Form vor allem Hitzebeständigkeit und Renntaktik entscheidend sein. 

Die Para-Athletinnen und -Athleten starten am Sonntag über die paralympische Distanz (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen). Die Schwimm- und Radstrecke orientiert sich an der der Elite, fällt jedoch kürzer aus. Geschwommen wird nur eine Runde à 750 Meter, und auf der Radstrecke sind fünf Runden à 4 Kilometer zu absolvieren. 

Abgeschlossen wird das Rennen mit einer Laufstrecke über drei Runden à 1,7 Kilometer entlang des Hafens.