Christian Ache: „Ich hätte nicht erwartet, dass die Saison so erfolgreich wird“

Zum Abschluss seiner erfolgreichsten Saison wurde Christian Ache von der Community zum Triathlon-Helden des Monats September gewählt. Im Interview spricht der Deutsche Juniorenmeister über seinen Titelgewinn in Lübeck, Platz sieben bei der Junioren-WM in Pontevedra, prägende Rückschläge und die Lehren, die ihn auf seinem Weg begleitet haben.

Nachwuchsathleten im Laufwettkampf in Pontevedra
Als ich auf die Zielgerade eingebogen bin, wurde mir klar, dass zwei meiner größten Ziele erreicht waren: die Qualifikation für die JEM und der Deutsche Meistertitel.
Christian Ache
Christian Ache auf der Laufstrecke
Christian Ache, Nachwuchsathlet, beim Radfahren am Meer

Christian, 2026 war dein letztes Jahr als Junior und gleichzeitig dein bislang erfolgreichstes. Wie blickst du auf diese Saison zurück? 

Ich blicke mit viel Stolz auf die Saison zurück, weil ich mich sowohl sportlich als auch persönlich enorm weiterentwickelt habe. Dass sie am Ende so erfolgreich verlaufen würde, hatte ich nicht erwartet. Im Training lief nicht immer alles glatt, und neben dem Sport hatte ich durch die Schule und mein Abitur 2027 viel Stress. 

Mit dem Deutschen Meistertitel in Lübeck hast du dir sicherlich einen großen Traum erfüllt. Was ging dir im Ziel durch den Kopf?

Der Deutsche Meistertitel war eines meiner größten Ziele in diesem Jahr. Im Ziel ist enorm viel Druck von mir abgefallen, weil das Rennen bei den kalten, regnerischen Bedingungen sehr hart war. Als ich auf die Zielgerade eingebogen bin, wurde mir klar, dass ich gleich zwei große Ziele erreicht hatte: die Qualifikation für die JEM und den Deutschen Meistertitel.

Bei der Junioren-WM in Pontevedra bist du mit Platz sieben bester Deutscher geworden und hattest gleichzeitig die schnellste Radzeit des gesamten Juniorenfeldes. Wie hast du dein Rennen erlebt, und wann wurde dir bewusst, dass du auf dem Rad ein echtes Ausrufezeichen gesetzt hast und die Top-10 erreichst?

Während des Rennens habe ich gar nicht bewusst wahrgenommen, dass ich ein besonderes Ausrufezeichen gesetzt hatte. Ich wusste aber anhand meiner Wattwerte, dass ich sehr schnell unterwegs war. Danach lag mein Fokus darauf, mich bestmöglich für den Lauf zu erholen. Nach der ersten Laufrunde wurde mir klar, dass die Top 10 realistisch sind, weil wir zu siebt unterwegs waren und bereits eine kleine Lücke nach hinten hatten.

Gab es in deiner bisherigen Laufbahn einen Moment, in dem du an dir gezweifelt hast, oder Rückschläge? 

Ein Moment des Zweifelns war für mich der DTU Jugendcup in Halle. Dort habe ich die Schwimmnorm verpasst, obwohl ich im Winter viel Zeit ins Schwimmtraining investiert hatte. Das war zunächst enttäuschend und hat die JEM-Qualifikation schwieriger gemacht.

Trotzdem habe ich versucht, den Fokus auf den nächsten Wettkampftag zu richten und Positives mitzunehmen. Eine große Stütze sind für mich mein Trainer Frederik Krause, meine Familie und meine Freundin.

Neben den Einzelrennen bist du auch in der Bundesliga für das REA Card Team aktiv. Ihr seid im Kraichgau im Staffelformat auch direkt aufs Podium gestiegen. Was reizt dich denn am Mannschaftssport im Triathlon?

Staffelrennen sind unglaublich abwechslungsreich und dynamisch. Es gibt viel Spannung und immer wieder Überraschungen. Besonders schön ist es, gemeinsam mit seinen Freunden, um Erfolge zu kämpfen und im besten Fall zusammen auf dem Podium zu stehen.

Wie bist du zum Triathlon gekommen und wann hast du gemerkt, dass du in diesem Sport großes Potenzial hast?

Zum Triathlon bin ich über meinen Vater gekommen. Seit 2018 liegt mein Fokus vollständig auf diesem Sport. Mein Potenzial habe ich erstmals 2022 erkannt, als ich in meiner ersten DTU-Jugendcup-Saison regelmäßig Top-10-Platzierungen erreichen konnte, obwohl mir auf nationaler Ebene noch viel Erfahrung fehlte.

Was hast du in den vergangenen Jahren über dich selbst gelernt, das dir heute als Athlet hilft?

Ich habe gelernt, stärker auf mein eigenes Gefühl zu hören. Es bringt wenig, das Trainingsprogramm auf Krampf durchzuziehen, wenn man erschöpft ist oder viel Stress hat. Oft ist etwas weniger Training mit hoher Qualität sinnvoller. Außerdem habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, entspannt zu bleiben und sich die Freude am Sport zu erhalten.

Was machst du an Tagen, an denen das Training überhaupt keinen Spaß macht oder die Motivation fehlt?

Dann hilft mir Musik oder das Training mit Freunden und Trainingskollegen. Oft kommt die Motivation schon nach den ersten Minuten zurück. Außerdem erinnere ich mich in solchen Momenten an meine Ziele für die kommenden Jahre.

Wer ist Christian Ache abseits von Training und Wettkämpfen? Was machst du gerne als Ausgleich/Ergänzung zum Triathlon?

Abseits des Sports bin ich eher ruhig, kann aber auch sehr lustig sein. Wenn Zeit bleibt, koche ich gerne, auch wenn mein Talent dort nicht ganz an meine sportlichen Fähigkeiten heranreicht. Außerdem gehe ich gerne spazieren oder wandern.

Du bist vom talentierten Nachwuchsathleten zum Deutschen Juniorenmeister und WM-Top-10-Athleten geworden. Welche Botschaft möchtest du jungen Triathletinnen und Triathleten mit auf den Weg geben, die davon träumen, einmal dort zu stehen, wo du heute bist?

Bleibt dran und lasst euch von frühen Ergebnissen nicht entmutigen. Platzierungen in jungen Jahren sagen oft wenig über die spätere Entwicklung aus. Wer kontinuierlich trainiert und von Verletzungen oder Krankheiten verschont bleibt, verschafft sich langfristig einen großen Vorteil.

Du hast auch eine tolle, spannende oder witzige Geschichte zu erzählen, wie du zum Triathlon gekommen bist? Oder Verletzungen/Krankheiten oder besondere Momente/Ereignisse haben dich erst recht angespornt, (weiter) aktiv zu sein? Dann schreibe uns eine E-Mail an medien@triathlondeutschland.de. Und vielleicht erscheint hier bald deine Geschichte.