Drei Personen stehen nebeneinander, die Person in der Mitte wird mit einem Preis geehrt

Fair Play Preis 2026: Triathletin Tabea Frohn für mutigen Notfalleinsatz in Wiesbaden geehrt

12.06.2026 –  Victoria Herrmann

Bewegender Abend beim 12. Biebricher Schlossgespräch: Die 26‑jährige Age‑Grouperin rettet bei einem Rennen ein Leben – und sendet eine klare Botschaft an die Sportgemeinschaft.

Drei Personen stehen nebeneinander, die Person in der Mitte wird mit einem Preis geehrt

Als Tabea Frohn in der Rotunde des Biebricher Schlosses das Wort ergriff, wurde es still. Sichtlich bewegt nahm die Triathletin vom SC 53 Landshut am 11. Juni 2026 den Fair Play Preis des Deutschen Sports in der Kategorie Sport entgegen. Die Auszeichnung wird vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) gestiftet und seit 2016 im Rahmen des Biebricher Schlossgesprächs verliehen.

Ausgezeichnet wurde Tabea Frohn für ihr entschlossenes Handeln beim Triathlon-Cup in Landshut am 22. Juni 2025. Auf der Laufstrecke entdeckte sie eine reglose Person, die, wie sich später herausstellte, ihre Freundin war, in einem wassergefüllten Graben. Während andere Teilnehmende weiterliefen, traf sie in Sekunden eine Entscheidung: anhalten, helfen, handeln.

Ohne zu zögern, begann die 26-Jährige mit der Erstversorgung und Reanimation. „Ich musste funktionieren. Der Wettkampf war in dem Moment komplett egal“, beschrieb Frohn die Situation rückblickend.

Nach der Übergabe an den Rettungsdienst entschied sie sich, das Rennen fortzusetzen aus einem sehr persönlichen Antrieb heraus: „Ich wollte es für uns beide zu Ende bringen.“ Erst im Krankenhaus erfuhr sie, dass ihre Freundin einen Hinterwandinfarkt erlitten hatte, aber stabilisiert werden konnte. Inzwischen ist sie auf dem Weg zurück in den Alltag und wieder sportlich aktiv.

Frau steht vor Rednerpult und hält Laudatio

Die ehemalige Nationalkader-Triathletin Marlene Gomez-Göggel würdigte in ihrer Laudatio nicht nur die konkrete Tat, sondern vor allem die dahinterstehende Haltung: „Für Tabea war etwas selbstverständlich, was leider nicht mehr selbstverständlich ist: den eigenen Erfolg hinter den Einsatz für andere zu stellen“, sagte sie und brachte damit die Dimension des Handelns auf den Punkt.

Ihre Worte trafen den Kern des Abends: Fair Play endet nicht an der Ziellinie. Es beginnt dort, wo Verantwortung übernommen wird. Gerade für den Breitensport sendet die Auszeichnung eine klare Botschaft: Zivilcourage, Aufmerksamkeit und Verantwortung sind zentrale Werte im Sport – unabhängig von Leistungsniveau und Ergebnis.

Weitere Preisträgerinnen und Preisträger

  • Julian Köster – Handball-Nationalspieler, ausgezeichnet mit dem Sonderpreis für sein Engagement für Special Olympics Deutschland
  • Bananenflankenliga – ein inklusives Fußballprojekt für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung
  • SV Eintracht Camburg (Juniorenteam) – für nachhaltige Wertearbeit im Nachwuchsbereich
  • TSC 71 Egelsbach – für langfristiges Engagement im Kinder- und Jugendschutz