Martin Schulz: „Es bleibt ein unschöner Beigeschmack“
26.03.2026 – Oliver Kraus
Martin Schulz lehnt nach dem Rennen in Paris erschöpft an einer Bande
Martin, wie hast du von der nachträglichen Disqualifikation und deinem neuen Silberrang erfahren?
„Ich weiß es tatsächlich schon seit längerer Zeit, ich habe das letztes Jahr im Mai erfahren. Natürlich war ich schockiert – aber ehrlich gesagt nicht komplett überrascht.“
Wie bist du in den vergangenen Monaten mit der Situation umgegangen?
„Ich habe das Thema für mich eher zur Seite geschoben, weil wir wissen, wie lange solche Prozesse dauern können. Wirklich präsent war es nur manchmal, zum Beispiel wenn ich an den Viertplatzierten gedacht habe.“
Was bedeutet dir die Silbermedaille jetzt im Nachhinein?
„Ich hatte damals den Moment – die Siegerehrung, die Emotionen, das Ganze drumherum mit Familie und Freunden vor Ort. Das kann dir im Nachhinein keiner mehr geben. Deswegen hat das immer so einen Beigeschmack, wenn man eine Medaille später bekommt.“
Du sprichst den Beigeschmack an – was genau meinst du damit?
„Es ist einfach schade, dass durch so etwas Unfairness in den Sport kommt. Und natürlich denkt später auch keiner mehr so richtig daran. Dinge wie Prämien oder Aufmerksamkeit lassen sich im Nachhinein nicht mehr zurückholen.“
Wie blickst du jetzt auf den weiteren Prozess?
„Mal schauen, wie es jetzt weitergeht – ob es noch eine offizielle Siegerehrung gibt oder wie das genau abläuft. Für mich war das Thema über das Jahr hinweg eigentlich immer nur dann präsent, wenn ich darauf angesprochen wurde.“